Latest Publications

Long time no post

Leider habe ich es in den vergangenen Monaten nicht geschafft, einen neuen Artikel zu posten. Das lag einerseits daran, dass die Projektsituation eher gut war und ich durchaus genug Arbeit hatte. Zum Anderen haben wir im Oktober Nachwuchs bekommen! Konstantin ist munter und ein echter Wonneproppen, obwohl er vier Wochen vor dem geplanten Termin auf die Welt kam. Neben der riesigen Freude die ein Kind mitbringt, verlangt es den Eltern natürlich neben ein wenig mehr Tätigkeiten auch eine gewaltige Umstellung der Lebensgewohnheiten ab. So bleiben eben einige Dinge auf der Strecke, unter anderem das regelmäßige posten neuer Beiträge an dieser Stelle. Ich gelobe aber Besserung (und nehme gere Erinnerungen an, wenn es mal zu lange dauern sollte!).

Dr.Storage

Brocade sucht Käufer

Wie aus mehreren Quellen zu erfahren war, scheint Brocade gerade auf der Suche nach einem Käufer zu sein. HP und Oracle sind dem Vernehmen nach unter den Interessenten. Im Fall von Oracle gibt das doch einen Hinweis, wie sehr Larry Ellison wirklich an Hardware interessiert ist, denn das ist das primäre Betätigungsfeld von Brocade. Mit den Produkten von Sun und Brocade könnte Oracle ein komplettes Rechenzentrum aus eigener Produktion ausstatten. Brocade stellt ja neben den hinlänglich bekannten Fibre Channel Switchen und Direktoren auch Host Bus Adapter her, dazu kommen die FastIron Netzwerkswitche. Zusammen mit Servern, Speicher und Betriebssystem von Sun sowie der Applikationssoftware von Oracle kann die Firma auf ein komplettes Portfolio zurückgreifen.

Ob das auch so kommt wage ich allerdings zu bezweifeln. Brocade ist Marktführer bei Fibre Channel Switches und Direktoren, wobei die Marktkapitalisierung mit 3.2 Mrd. US$ nicht besonders hoch ist, verglichen mit dem Kaufpreis den EMC für Data Domain geleistet hat (2.1 Mrd. US$ – ein relativ überzogener Preis für ein Produkt mit relativ geringer Marktdurchdringung). Für HP ist Brocade damit ein kleiner Fisch, bei einer Marktkapitalisierung von über 112 Mrd. US$. Knapp dahinter liegt Oracle mit fast 106 Mrd. US$ Marktwert. Dürfte ich mir den Ausgang dieses Handels wünschen, dann würde ich Oracle vorziehen: Wenn Oracle hinter der Entscheidung hin zum Hardwaregeschäft steht, dann wird es eine klare Strategie geben, die auch stringent verfolgt werden wird (zumindest solange Larry Ellison noch etwas zu sagen hat). HP hingegen hat wohl bereits jetzt Probleme mit der zielgerichteten Integration von Lefthand und IBRIX. Zudem habe ich in Projektsituationen relativ schlechte Erfahrungen mit dem HP-Support der Brocade-Produkte gemacht, aber das ist sicher nur eine Ausnahme und meine rein persönliche Meinung.

Alles in allem wird der Storagemarkt immer kleiner und die Übernahmen häufen sich. Nachdem McData noch vor gar nicht langer Zeit von Brocade übernommen wurde, ist die Suche nach einem Käufer eventuell ein Zeichen, dass zumindest der Markt für Fibre Channel Switching langsam eng wird. Bei nur zwei echten Konkurrenten (Brocade und Cisco; Brocade ist deutlicher Marktführer, restliche Mitbewerber sind zu vernachlässign – Hallo Qlogic) ist das Feindbild klar definiert. Cisco hat in diesem Rennen langfristig die deutlich besseren Karten, denn mit einem Marktwert von fast 135 Mrd. US$ ist das finanzielle Polster eindeutig größer. Brocade tut also gut daran, sich an einen starken Partner zu wenden, um genügend Ressourcen für die Erhaltung der Marktführeschaft zu bekommen, bevor Cisco diesen Kampf ausgesessen hat. Dabei wird sich der Cisco Vorstand ein Loch in der Bauch ärgern, dass ein Kauf von Brocade durch die Kartellbehörden auf jeden Fall abgelehnt werden wird, denn der Kaufpreis für den unangefochtenen Marktführer Brocade ist sehr attraktiv.

Wir können uns also auf weitere spannende Übernahmeverhandlungen freuen. Vielleich werden ja auch EMC und IBM noch ein Wörtchen mitreden, eventuell wäre das ja auch für Hitachi (der Konzern, nicht Hitachi Data Systems) eine lohnende Investition.  Ich hole inzwischen schonmal das Popcorn.

http://www.sun.com/

Oracle verspricht in Sun zu investieren

Entgegen vieler Gerücht, Oracle könnte die Hardware-Sparte von Sun abstossen, scheint Oracle weiter zu investieren. Auf einer eigens eingerichteten Webseite für Sun-Kunden kündigt Oracle an, mehr in die SPARC-Architektur, die Solaris-Entwicklung sowie  in Hardware- und Software-Spezialisten für SPARC und Solaris zu investieren, als Sun dies aktuell tut. Zudem kündigt Sun mit einem Zitat des Firmenchefs Larry Ellison den Eintritt in den Hardware-Wettbewerb mit IBM an

Diese Ankündigung hinterlässt bei mir durchaus einen bitteren Beigeschmack, denn die Rede ist ausschliesslich von SPARC und Solaris sowie den dafür zuständigen Technikern. Daneben hat Sun aber noch die x86 Serversparte, Storage, sowie diverse Softwareprodukte. Zudem scheint es mir keine Kunst zu sein, mehr in die genannten Themen zu investieren als Sun dies gerade tut. Soweit ich das von hier beurteilen kann, macht sich die Braut schon seit geraumer Zeit hübsch für eine Übernahme, somit sind alle Kostenfaktoren auf ein Minimum reduziert worden. Sowohl Entwicklung als auch die Anzahl der Mitarbeiter wurden nicht unerheblich reduziert bzw. umgeschichtet.

Weitere Infos von Oracle zur Sun-Übernahme finden sich auch hier. Abzuwarten bleibt auch noch, wie sich die EU-Kommission zur Übernahme äussert. Im Gegensatz zu den US-Amerikansichen Behörden, die bereits ihre Zustimmung signalisiert haben, sieht die EU eventuell “wettbewerbsrechtliche Probleme auf dem Markt für Datenbanken”, wie bei Heise-Online zu lesen war.

[Update 2009-10-06] Der Vergleich von Dave Hitz gefällt mir ganz gut: Oracle is the “Crazy Ivan” of the IT Industry [/Update]

Hitachi bringt Midrange NAS System

Nachdem Hitachi Data Systems gestern das neue Midrange NAS System “Eclair” offiziell vorgestellt hat, kann ich endlich darüber schreiben ohne das NDA zu verletzen.

Prinzipiell sind es die selben Systeme, die OEM-Partner BlueArc bereits im Juli unter dem Codenamen “Mercury” vorgestellt hat. Die Systeme heißen bei Hitachi “Hitachi NAS” 3080 und 3090 (BlueArc Mercury 50 und 100) und haben den selben Funktionsumfang wie die NAS Systeme aus der Reihe Hitachi High Performance NAS 3100/3200 (BlueArc Titan 3000). Dabei sind die Midrange Systeme nur geringfügig weniger skalierbar und performant wie die  High Performance Variante.

Technisch handelt es sich zwar nicht um eine revolutionäre Neuentwicklung, dafür besannen sich die Entwickler darauf, die bereits vorhandenen Stärken zu nutzen und das Design zu vereinfachen. Durch den Einsatz einer neuen Generation von FPGAs in den 3080 und 3090 Systemen  konnte die Komplexität der internen Hardwarearchitektur und damit der Preis deutlich reduziert werden, somit erschliesst sich ein komplett neuer Kundenkreis. Dabei besitzt diese neue Generation der NAS Systeme den selben Funktionsumfang wie die vorhergehende, man spricht sogar davon, dass die neue Generation zukünftig wohl Funktionen abbilden wird, die mit älteren Systemen der (3100 und 3200) nicht möglich sind.

Vergangene Woche konnte ich mich im Rahmen eines “Differences Training” bei HDS bereits von der Leistungsfähigkeit der Systeme überzeugen. Die Änderungen für den täglichen Betrieb fanden alle “unter der Haube” statt, d.h. das Betriebssystem ist das gleiche geblieben, damit auch die Oberfläche und die Administration. Durch das gleiche Betriebssystem ist auch die Kompatibilität zu den 3100 und 3200 Systemen gewährleistet. Man kann “alt” und “neu” zwar nicht im selben Cluster betreiben, aber in der selben Serverfarm. Damit können Enterprise Virtual Server (EVS = virtuelle NAS Instanzen) von einem 3100/3200 auf ein 3080/2090 verschoben werden (und auch wieder zurück). Migrationen und Lastverteilung steht somit nichts mehr im Weg. Weitere Features werden mit der nächsten Version des Betriebssystems erwartet, dessen GA-Datum allerdings noch nicht bekannt ist. Bis dahin darf ich leider auch nichts über die erwarteten Neuerungen schreiben…

Ab Ende September führt HDS in allen deutschen Standorten Tech Minutes zum Thema NAS durch, für die man sich hier anmelden kann. Mein Kollege Timo Drach zeigt im Rahmen der Veranstaltung eine Live Demo der neuen Systeme. Unser Vertriebskollege Christian Bischof wird zusammen mit unserem Kunden nacamar über die Einführung der Hitachi High Performance NAS Systeme für WebTV und Media Streaming sprechen. Im Rahmen dieser Tech Minutes können Sie auch eine Teststellung in Ihrem RZ vereinbaren, um die Systeme hautnah zu erleben!

Tony Asaro (HDS) hat ebenfalls etwas zum Thema geschrieben.

Sun-Übernahme durch Oracle darf stattfinden

Entgegen der Meinung vieler Beobachter darf die Übernahme von Sun durch Oracle ohne Auflagen stattfinden. Eine Veräusserung von Teilen der Sun-Sparten oder kartellrechtliche Auflagen hinhsichtlich MySQL und Oracle werden vom U.S. Department of Justice anscheinend nicht gefordert, allerdings lässt sich die lapidare Mitteilung von Oracle nicht weiter darüber aus.

Ich wünsche meinen ehemaligen Kollegen bei Sun viel Glück im neuen Konzern!

Institute for Backup Trauma

Ein nicht ganz neues (Werbe-)Video mit John Cleese:

Hier gibt es mehr zum Thema von John Cleese: Friendly Advice Machine (Achtung, Iron Mountain Marketing)

[Update] Anscheinend hat Iron Mountain den gesamten Inhalt mit John Cleese entfernt, darunter auch die “Friendly Advice Machine”. Unter o.g. Link ist nur noch zu lesen “Dr. Harold Twainwreck has left the website”.

“De-Dupe your data in no time”

Jon Toigo hat meinen Humor mit diesem Bild getroffen:

Goliath siegt gegen David

Nun ist es also entschieden: Data Domain wird durch EMC übernommen.

Den endgültigen Ausschlag dazu hat NetApp als zweiter Bieter selbst gegeben: Nachdem EMC das Angebot für Data Domain nochmals auf US$ 33,50 – und damit einen Gesamtkaufpreis von US$ 2,1 Mrd. – aufstockte, warf NetApp das Handtuch. Wie so oft hat sich EMC also einen Deal “gekauft” und die Konkurrenz durch die größeren Barmittelreserven (angeblich hat EMC US$ 7,5 Mrd. in der Kriegskasse) ausgestochen. EMC wird den Deal also voll mit Barmitteln bestreiten, NetApp hatte mit einer Mischung aus Barmitteln und NetApp-Aktien mitgeboten. Die (aus meiner Sicht viel zu teure) Übernahme von Data Domain hätte NetApp durchaus in größere finanzielle Bedrängnisse bringen können, v.a. wenn die erwarteten Vorteile aus dem Deal ausbleiben. Die Kosten von über US$ 2 Mrd. nur durch den Einsatz von Deduplizierung wieder einzuspielen, ist ein ehrgeiziges Ziel, dessen Realisierung durchaus mehrere Jahre dauern kann. EMC kann diese Zeit sicher absitzen, NetApp hätte schwerer daran zu knabbern gehabt.

Ich denke es war eine gute Entscheidung von NetApp, nicht um jeden Preis diese Übernahmeschlacht gewinnen zu wollen. Zudem erhält NetApp eine “Break-Up-Fee” von US$ 57 Mio. Nun bleibt abzuwarten, ob die Kartellwächter noch Bedenken zum Zusammenschluß von EMC und Data Domain haben. Und natürlich bleibt es spannend, was EMC mit dem Neuerwerb anfangen wird. Wird Data Domain eigenständig bleiben oder direkt integriert werden? Und was fängt EMC mit dem Wissen von Data Domain an? Wird es eine Symmetrix DMX mit Inline Deduplication geben? Letzteres bezweifle ich, da die Deduplizierung ja darauf basiert, einen File-basierten Datenstrom zu erkennen. Bei FC-Frames wird es deutlich schwieriger, identische Pattern für die Deduplizierung zu identifizieren.

vSphere 4: Verbesserungen der Speicherverwaltung

vSphere 4 hat im Vergleich zur Vorgängerversion signifikante Erweiterungen hinsichtlich der Storageverwaltung erfahren, die VMware dankenswerter Weise in einem PDF zusammengefasst hat. Hier die Neuerungen:
  • Virtual Disk Thin Provisioning: Es wird nur so viel Speicher physikalisch im Datastore beansprucht, wie auch Daten in den virtuellen Disks vorhanden sind. Richtig interessant ist, dass man eine virtuelle Maschine im laufenden Betrieb von Thick auf Thin Provisioning umstellen kann, indem man sie mit Storage VMotion auf einen anderen Datastore migriert!
  • Improved iSCSI Software Initiator Efficiency: Der iSCSI Initiator wurde komplett neu geschrieben, wodurch die Performance im Vergleich zur Vorgängerversion deutlich gesteigert wurde (Optimierte Nutzung von CPU und Memory, etc.).
  • New vCenter Storage Capabilities: Jede virtuelle Maschine und jeder ESX hat nun einen eigenen “Storage” Tab im Inventory, das spezifische Informationen anzeigt. Neu ist auch die Anzeige eines kompletten Storage Layouts, in dem man auch aktive und inaktive Pfade sieht. Weiter kann man nun Alarme für VMs, ESX Server oder Datastores definieren, auch um z.B. das Überschreiten von Schwellwerten von Thin Provisioned Datadtores/vDisks zu erkennen.
  • Dynamic Expansion of VMFS Volumes: VMFS Dateisysteme können nun dynamisch vergößert werden, was auch funktioniert, wenn die darunter liegende LUN vergrößert wurde. Zusammen mit Thin Provisioning hat man somit die Möglichkeit, Datastores zu erweitern deren Füllgrad zu hoch ist. Das Limit für jede LUN (genauer: für jeden Extent) eines VMFS Dateisystems liegt weiterhin bei 2TB (Größe eines Datastore Volumes: Max.
    64TB minus 16K
    )
  • Enhanced Storage VMotion: VMotion ist nun voll in vCenter integriert und kann VMs auch zwischen Datastores migrieren, die über verschiedene Protokolle angebunden sind (FC, iSCS, NFS, in alle Richtungen). Auch wurde die zugrunde liegende Methode geändert (kein Snapshot mehr), wodurch die Anforderungen an CPU und Memory deutlich gesunken sind.
  • Pluggable Storage Architecture (PSA): Diese Neuerung stellt eine API dar, mit deren Hilfe Storage Hersteller eigene Multipathing Treiber (PSP – Path Selection Plug-In) und Speichersystem-spezifische Plugins (SATP – Storage Array Type Plug-In) schreiben können. Zudem steht ein VMware native multipath driver (NMP) zur Verfügung, der neben Failover auch Round-Robin Multipath beherrscht.
  • vStorage APIs for Data Protection: Dieses API stellt die Funktionalität von VMware Consolidated backup (VCB) zur Verfügung, ohne einen eigenen VCB Server zu benötigen. Die Backup Tools können sich direkt mittels der API über den ESX auf die laufenden VMs verbinden und inkrementelle, differenzielle oder Vollsicherungen und Restores durchführen
  • Paravirtualized SCSI: VMware Paravirtualized SCSI (PVSCSI) erlaubt einen dedizierten SCSI-Adapter in einem ESX-Sever für I/O-intensiver Anwendungen in VMs zu nutzen. Ein primärer Adapter ist für den Datastore-I/O zuständig (Betriebssystem vDisks), während ein sekundärere Adapter als PVSCSI-Adapter genutzt wird, der VMs direkten Zugriff auf Storage für Benutzerdaten gibt (Data vDisks). Derzeit werden als Gastsysteme Windows 2003, 2008 und RHEL 5 unterstützt, PVSCSI-Adapter können zwischen verschiedenen VMs geshared werden.
  • VMDirectPath I/O for Storage: Damit können physikalische Host Bus Adapter (HBAs) einer virtuellen Maschine zugeordnet werden, um hohe I/O-Anforderungen abzubilden. Diese HBAs könne nicht geshared werden, zudem sind weder VMotion noch Hardwareunabhängigkeit für diese VMs nutzbar. Derzeit sind nur drei bestimmte Adapter unterstützt (2 x FC, 1 x SAS, siehe PDF).
Fazit: VMware hat wieder absolut brauchbare und praxistaugliche Features eingebaut, allen voran Thin Provisioning und Storage VMotion über Protokolle hinweg. Auch die Backup API sorgt für eine geringere Komplexität bei der Einrichtung der Datensicherung, speziell in großen Umgebungen mit mehreren ESX Clustern, für die man bisher einen eigenen VCB Server pro Cluster benötigt hat.

Mehr über FCoE

Mehr und mehr Blogger machen sich Gedanken um das Thema FCoE (Fibre Channel over Ethernet). Scott Lowe hat einen sehr guten Blog-Post über FCoE verfasst, der eine rege und überaus interessante Diskussion entfacht hat. Auch Chad Sakac von EMC hat einige sehr gute Informationen zum aktuellen Stand von FCoE zusammengestellt. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung für die Leser, deren Muttersprache nicht englisch ist.
Anscheinend gibt es Limitierungen in den bisher erhältlichen FCoE-Geräten, die die Verbindung zwischen Speichersystem und Server auf einen Hop limitieren, d.h. also Speicher und Server müssen an den selben Switch angeschlossen werden. Grund dafür war bisher (vor Fertigstellung des FCoE-Standards FC-BB-5) die fehlende Implementierung des FCoE Initialization Protocol (FIP), das für die Kommunikation via FCoE über mehrere Switches notwendig ist. Alle mit dem Kürzlich verabschiedeten FCoE-Standard (FC-BB-5) konformen Geräte müssen FIP implementiert haben, somit sollte diese Limitierung bald Geschichte sein.
NB: Der FC-BB-5 Standard befindet sich gerade in de Public Review Phase. Diese daurt 45 Tage, sollten in dieser Zeit keine Widersprüche laut werden, ist der Standard von der ANSI anerkannt. Zur vollen FCoE-Intergration auch in Ethernet fehlt noch die Anpassung der Ethernet-Standards, siehe auch einen meiner vorherigen Posts dazu.
Für Endkunden, die bereits FCoE nutzen, bedeutet das allerdings, sie müssen die bisher genutzten FCoE Targets updaten (von “pre-FIP” nach “FIP”). Da die Karten der ersten Generation auch als Target-Ports in Speichersystemen genutzt wurden, bedeutet ein Upgrade auch eine Beeinträchtigung der angebundenen Serversysteme. Durch die Architektur der “Generation 1″ FCoE-Karten mit getrennten ASICs für FC und Netzwerk, ist ein einfaches Software-Upgrade nicht möglich, in den Speichersystemen müssen die Karten komplett ausgetauscht werden. Können Sie “Downtime” sagen?
Sollte ich die aktuelle Lage von FCoE einstufen, so würde ich sagen “pre-production ready”.
Die Autoren derKommentare zu Scott Lowes Post unterstützen meine Meinung dahingehend, auch sie glauben, die Implementierungen müssten noch ein wenig reifen.
Für einige steht fest, dass Cisco (und nicht zuletzt auch NetApp) hier ein Produkt bzw. eine Technologie mit aller Gewalt in den Markt zu drücken versuchen. Und die Erfolge geben Ihnen mitunter Recht (ein Post zum Thema “Wie schaffe ich mir meinen eigenen Markt?” steht auf meiner Agenda), dennoch teile ich die Meinung von Chad Sakac (glauben Sie es oder nicht, er arbeitet wirklich für EMC ;-) :
“My 2 cents – I think it’s better for the vendor to suffer a little marketing positioning than it is to have a customer need to deal with any of the “new standard” mumbo jumbo.”
Die Frage nach dem Sinn oder Unsinn von FCoE bleibt nach der Lektüre der oben genannten und vieler weiterer Informationen weiterhin offen. Die Antwort differiert auch dahingehend, ob die abzubildenden Infrastruktur heterogen oder homogen ist. Speziell bei extensiver Nutzung von Servervirtualisierung, kann der Einsatz von FCoE Sinn haben (weniger Karten/Kabel pro Server, einfaches Management). Dann bleibt allerdings die Frage offen, warum man nicht gleich NFS über 10Gbit Ethernet nutzen sollte (was vielleicht auch die Problematik mit SCSI-Reservierungen auf den LUNs eliminert, allerdings andere Einschränkungen hat, z.B. kein SRM). Weiter muss in Betracht gezogen werdne, ob bereits eine FC-Infrastruktur vorhanden ist, ob 10Gbit Ethernet existiert, welche Geräte (Switches, HBAs, NICs, Speichergeräte) im Einsatz sind, um eine auf die Anforderung zugeschnittene ROI-Kalkulation erstellen zu können.
Zum Glück für uns Berater gibt es an dieser Stelle keine allgmeine Antwort auf die Frage “FCoE – ja oder nein?”, die allen Anforderungen gerecht wird, so haben wir auch in der derzeitigen Krise noch eine Daseinsberechtigung.